Weltreise 1×1 · Vorbereitungen · Schritt 01
Idee & Entscheidung
Der schwierigste Schritt ist nicht das Packen, sondern das „Ja". Wenn nicht jetzt, wann dann? Hier geht es darum, aus der Fantasie einen festen Entschluss zu machen und ihn gegen die eigenen Zweifel zu verteidigen.
An erster Stelle der Weltreise-Vorbereitung steht die Entscheidung selbst. Von der ersten Idee bis zum endgültigen Entschluss, auf Weltreise zu gehen, hat es bei mir knapp 4 Monate gedauert. Erst wenn diese Entscheidung wirklich getroffen ist, macht es Sinn, mit den Vorbereitungen zu beginnen. In der Findungsphase kannst du dir natürlich schon Gedanken zu Budget, Route und Dauer machen, aber ernsthaft losgehen sollte es erst danach.
Nimm dir dafür auf jeden Fall ausreichend Zeit. Die Entscheidung für eine Weltreise fällt man nicht von heute auf morgen. Erst mit einem echten, hundertprozentigen Ja lässt sich die Vorbereitung zielstrebig angehen, sonst beginnst du nur zögerlich und verfolgst sie halbherzig. Genau wie in vielen anderen Lebensbereichen hilft dabei Klarheit: Ein Bewusstsein für die Entscheidung und ihre Konsequenzen macht es leichter, mit der Angst und den Sorgen umzugehen, die auftauchen können, je näher die Abreise rückt.
„Die Welt tritt zur Seite, um jemanden vorbeizulassen, der weiß, wohin er geht."
David Starr Jordan
Und solltest du für dich feststellen, dass eine Weltreise doch nicht das Richtige für dich ist, ist das genauso in Ordnung. Wenn du mehr reisen möchtest, musst du nicht gleich deinen Job kündigen und in Vollzeit losziehen. Fang klein an: mit einem ersten Solo-Urlaub im Ausland, einer Reise auf einen neuen Kontinent oder, wenn dir das gefallen hat, mit ein paar Monaten Auszeit für 2 bis 3 Länder hintereinander. Werde dir klar darüber, was du wirklich möchtest, der Rest ergibt sich dann.
Hör nicht auf die anderen
Diesen Satz hast du bestimmt schon oft gehört, und trotzdem kann ich ihn nicht oft genug betonen. Erzählst du deinen Eltern von der Idee, werden sie wahrscheinlich nicht vor Freude in die Luft springen. Erzählst du sie Freunden, kommt vielleicht ein müdes „Ja ja, mach du mal" zurück. Gerade wenn du selbst noch nicht zu hundert Prozent sicher bist, reicht schon eine einzige negative Reaktion, um die Idee direkt wieder zu begraben. Typische Einwände, die mir selbst begegnet sind:
- „Was ist, wenn du danach keinen Job mehr findest?"
- „Was ist, wenn dir das Geld ausgeht?"
- „Du willst kündigen? Du hast doch gerade erst angefangen. Jetzt ist es Zeit, deine Karriere voranzubringen!"
- „Warum willst du die Sicherheit deines Jobs aufgeben?"
- „Eine Weltreise? Du kannst doch einfach im Urlaub wegfahren!"
- „Die Lücke sieht aber merkwürdig aus im Lebenslauf!"
Diese Reaktionen kommen meistens aus der Generation unserer Eltern oder Großeltern, für die eine Kündigung in jungen Jahren wie kompletter Wahnsinn wirkt. Trotzdem hört man es immer öfter, gerade auf Social Media sieht man zunehmend, wie junge Menschen ihrer Leidenschaft nachgehen, sei es die Weltreise, die Selbstständigkeit oder ein anderes Projekt. Bei mir war es der Wunsch nach der Weltreise. Wenn das bei dir genauso ist, lass dir das von niemandem ausreden.
Du hast nur dieses eine Leben
Die Überschrift sagt eigentlich schon alles: Du hast nur dieses eine Leben, und du ganz allein darfst bestimmen, wie es aussehen soll. Die Gesellschaft vermittelt uns dabei oft ein bestimmtes Bild: zur Schule gehen und gute Noten schreiben, eine Ausbildung oder ein Studium machen, in die Arbeitswelt starten und die Karriereleiter hochklettern, eine Familie gründen und bis zum Ruhestand arbeiten. Kommt dir diese Geschichte bekannt vor? Mir schon, ich habe mich lange darin gesehen. Aber immer mehr Menschen gehen inzwischen einen Weg außerhalb dieses Musters, denn am Ende zählt nur, dass du mit deinem Leben glücklich bist, nicht irgendjemand anderes.
„Es gibt nur zwei Menschen, die du in deinem Leben glücklich machen musst. Es ist nicht dein Partner, deine Eltern, die Lehrer oder die Gesellschaft. Es ist dein 8-jähriges Ich und dein 80-jähriges Ich."
In diesem Zitat steckt für mich eine Menge Weisheit, und es hat mich mit zur Entscheidung für die Weltreise bewegt. Sobald man den Gedanken dahinter in die eigenen Entscheidungen integriert, verändert das einiges, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Die Frage an dich: Wie würden diese beiden Versionen von dir über deine Entscheidung denken?
2 Formen des Bereuens
Beim Bereuen gibt es zwei Varianten. Die erste ist das „Hätte ich das mal gelassen": Du hast etwas ausprobiert, und es hat nicht geklappt. Kopf hoch, du hast es versucht, und aus Fehlern lernt man. Die zweite ist das „Hätte ich das mal probiert": Du hast dir die Idee von anderen ausreden lassen oder einfach Angst bekommen und es sein lassen, und jetzt quält dich die Frage „Was wäre gewesen, wenn ...?". Genau diese zweite Variante wollte ich unbedingt vermeiden, deshalb habe ich mich entschieden, meinen Traum der Weltreise umzusetzen. Welche Art des Bereuens würdest du bevorzugen?
Triff die Entscheidung
Irgendwann ist der Punkt gekommen, an dem du eine Entscheidung treffen musst. Du kannst Argumente sammeln und abwägen, aber am Ende muss der Entschluss fallen. Lautet er „Ja, ich gehe bald auf Weltreise", ist das super. Kommst du zu dem Schluss, dass eine Weltreise doch nichts für dich ist, ist das genauso in Ordnung. Mach immer das, was sich für dich richtig anfühlt.
Fällt die Entscheidung für die Reise, dann bleib auch dabei. Klar kann spontan noch etwas dazwischenkommen, aber wenn du dich von ganzem Herzen entschieden hast, solltest du Sorgen, Zweifeln und Ängsten, die früher oder später auftauchen, keinen Platz geben. Bei mir lagen zwischen der finalen Entscheidung und dem Abflug noch 11 Monate, und in so einem Zeitraum kann natürlich einiges passieren. Wäre meine Mutter in dieser Zeit schwer krank geworden oder etwas Ähnliches passiert, wäre ich geblieben. Mein Abflug war im September, und hätte ich stattdessen eine Hochzeits- oder Geburtstagseinladung für Oktober bekommen, wäre das für mich dagegen kein Grund gewesen, die Reise abzusagen.
Steht deine Entscheidung einmal fest, hast du den wichtigsten Schritt der ganzen Vorbereitung gemacht. Im nächsten Teil geht es um die Eckdaten deiner Reise: Route, Dauer und den groben Budget-Rahmen.