Weltreise 1×1 · Vorbereitungen · Schritt 02

Eckdaten: Zeit, Route & Reisetyp

Bevor es ans Budget geht, lohnt sich ein Blick auf die Eckdaten deiner Reise: wie lange sie dauert, wohin sie geht, wie du unterwegs bist und in welchem Tempo. Diese Fragen liefern dir das Fundament für die spätere Finanzplanung.

Sobald die Entscheidung für die Reise gefallen ist, können wir uns den Eckdaten widmen. Während meiner eigenen Entscheidungsfindung habe ich mich schon viel mit diesen Themen beschäftigt, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viel ich für die Reise noch ansparen muss.

In diesem ersten Bereich deiner Vorbereitungen geht es darum, die Eckdaten der Reise grob festzulegen. Klar ist: Man kann nicht alles im Voraus fixieren, gerade bei einer Weltreise will man sich die Flexibilität in der Länderwahl vielleicht bewusst bewahren. Man kann sich zwar einen Plan zurechtlegen, ob der am Ende 1:1 umgesetzt wird, ist trotzdem ungewiss.

Dennoch kannst du dich an folgenden Fragen orientieren, um einen groben Plan für die Reise festzulegen:

  • Dauer: Wie lange soll die Reise gehen? Bin ich an einen gewissen Zeitraum, ein Datum oder nur an meine Reisekasse gebunden?
  • Länderwahl: Wo soll diese Reise hingehen? Welcher Kontinent kommt für mich infrage, welcher vielleicht weniger?
  • Transport: Wie werde ich reisen? Geht es mit dem Flugzeug nach Asien oder doch mit dem Auto oder Zug durch Europa?
  • Unterkunft: Wo werde ich übernachten? Wird es das Hotel oder doch lieber das günstige Backpacking-Hostel? Was wäre mit längerfristigen Airbnbs, oder vielleicht Couchsurfing?
  • Reisetyp: Wie möchte ich reisen? Wie lange möchte ich an einem Ort bleiben? Was schaue ich mir an? Wofür möchte ich vor Ort mein Geld ausgeben?

Diese Fragen sollen als erste Orientierung dienen. Sobald du sie für dich beantwortet hast, hast du mit Sicherheit schon ein deutlich konkreteres Bild von deiner Reise.

Das muss natürlich keine Entweder-oder-Entscheidung sein. Man kann unterwegs auch verschiedenes ausprobieren und schauen, was einem am besten gefällt, zum Beispiel bei der Unterkunft. Wenn du merkst, dass dir das leere Hotelzimmer zu langweilig wird, probierst du vielleicht mal ein Hostel aus, um dort neue Leute kennenzulernen. Wird dir das Hostel andersherum zu laut oder chaotisch, schaust du dich für die nächste Unterkunft nach einem Hotel oder Airbnb um.

Gleiches gilt für deinen Reisetyp. Wer die ganze Zeit von Ort zu Ort und von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit hetzt, um möglichst schnell möglichst viel zu sehen, fühlt sich irgendwann ausgebrannt vom vielen Reisen. Dann ist es vielleicht Zeit, das Tempo zu drosseln und sich für jede Stadt beziehungsweise jedes Land mehr Zeit zu nehmen.

Reisedauer

Eine Frage, die vielleicht schnell beantwortet ist, fürs spätere Budget aber von entscheidender Bedeutung ist, ist die nach der Reisedauer. Werden es 4 Wochen, 3 Monate oder 2 Jahre?

Bist du zeitlich, etwa durch Urlaub, Freistellung oder andere Verpflichtungen, eingeschränkt? Hier macht es natürlich einen Unterschied, ob es nur ein verlängerter Urlaub von 3 bis 4 Wochen werden soll oder eine Open-End-Weltreise, die vielleicht mehrere Jahre umfasst. Das sind zwei Extrembeispiele, an denen sich die Auswirkungen auf die benötigte Reisekasse aber gut veranschaulichen lassen.

Welcher Kontinent? Welche Länder?

Ausgehend von deiner Länder- und Kontinentwahl ergeben sich ganz unterschiedliche Vorbereitungen. Für einen Roadtrip durch Europa musst du dich anders vorbereiten als für eine Backpacking-Reise durch Südostasien.

Südostasien ist bekanntlich günstig und daher bei Backpackern sehr beliebt. Hier kannst du problemlos jeden Tag mehrfach im Restaurant essen gehen, auch die Unterkünfte sind vergleichsweise günstig.

Beispiel: Für meine erste Unterkunft in Chiang Mai, Thailand, habe ich für eine Woche im Hostel 65 € bezahlt, und das war bereits ein Top-Hostel mit guter Ausstattung in bester Lage.

In Mittel- und Südamerika ist es zwar nicht ganz so günstig wie in Südostasien, aber auch noch nicht so teuer wie in Europa, geschweige denn wie in Nordamerika oder Australien. Diese bilden im Vergleich die teuersten Kontinente. Gerade in den USA können regelmäßige Restaurantbesuche und viele Sehenswürdigkeiten schnell teuer werden.

Natürlich wählst du dein Reiseziel nicht nur nach den Preisen vor Ort aus, zumindest nicht ausschließlich, dennoch lohnt sich der Blick darauf, um die erwarteten Kosten für die finanzielle Planung der Reise besser einzuschätzen.

Reisetyp

Welcher Reisetyp bist du? Auch das ist eine wichtige Frage, die für die finanzielle Planung später relevant wird.

Auf der einen Seite steht der Low-Budget-Backpacker, der nur mit Backpack und leichtem Gepäck reist, in Hostels übernachtet und bei der Restaurantwahl etwas genügsamer ist. Auf der anderen Seite steht der Luxus-Urlauber, dessen Hotel mit Pool und bestem Blick auf die Stadt mindestens vier Sterne haben muss und der nur in den gehobensten Restaurants isst. Dazwischen liegt natürlich jede Menge Spielraum.

Wie eingangs schon kurz erwähnt, lässt sich auch beim Reisetempo unterscheiden. Auf der einen Seite steht jemand mit hohem Reisetempo, der sich am liebsten in 14 Tagen 15 neue Städte anschauen möchte. Hier liegt der Fokus darauf, in möglichst kurzer Zeit möglichst viel zu erkunden, im Stil von Städtetrips wird binnen weniger Tage eine Stadt mit ihren wichtigsten Sehenswürdigkeiten besichtigt, bevor es in die nächste geht. Das Gegenteil ist das sogenannte Slow Travel. Es ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden und zielt darauf ab, bei einem sehr langsamen Reisetempo die Städte, die Kultur und die Menschen durch längere Aufenthalte wirklich kennenzulernen, statt nur schnell die Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Auch hier gibt es viel Spielraum dazwischen.

Finde für dich deinen kosten- und tempoorientierten Reisetyp heraus, um mit mehr Klarheit in die Budgetplanung einzusteigen.

Hast du diese Fragen für dich beantwortet, hast du die Eckdaten deiner Reise erst mal zusammen. Gefällt dir dieser Plan, oder möchtest du noch etwas ändern? Das ist das Schöne an einer solchen Reise, du bist größtenteils flexibel. Hast du jetzt ein Bild von deiner Reise, mit dem du dich wohlfühlst, widmen wir uns im nächsten Schritt der Finanzplanung.

← Zurück zu den Vorbereitungen Weiter: Finanzen